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Besuch des Schrottplatzes Max Buck im Ulmer Donautal am 1.12.2010

Am Mittwoch, den 1.12.2010, besuchte die Nachhaltigkeits-AG des Carl-Laemmle-Gymnasiums den Schrottplatz Max Buck im Ulmer Donautal. Der Betriebsleiter Herr Leser führte uns über das Betriebsgelände und erläuterte die Arbeitsmethoden und Aufgaben der Firma. Die Hauptaufgabe liegt darin Altmetallschrott von Firmen und Kleinanlieferern anzukaufen, zu zerkleinern und dann an Stahl- und Metallschmelzwerke oder weiterverarbeitende Firmen auszuliefern. Auf dem Hof der Firma liegen hauptsächlich Eisen und nur wenige andere Metalle wie Kupfer, Messing oder Aluminium. Der Schrott ist teilweise mit Anhaftungen (Plastikmäntel usw.) versehen, teils aber auch rein. Den Gesamtlagerbestand schätzte Hr. Leser auf ca. 600 000 Euro, der aber immer wieder durch äußere Einflüsse wie die Wirtschaftskrise oder den Kurs der Börse in London schwankt. Der Ankaufspreis des Schrotts liegt grundsätzlich unter dem Verkaufspreis, meist liegt dazwischen ein Differenzbetrag von geschätzt 40 Euro pro Tonne.

 

Der Schrottplatz bearbeitet nur einen Teil des Metalls selber, der meiste „unpraktische“ Schrott mit Anhaftungen wird an Betriebe in China verkauft, da dort die Personalkosten für die Trennung des Materials geringer sind und so Kosten eingespart werden. Die Trennung von Kupferkabeln mit Plastikummantelungen funktioniert beispielsweise folgendermaßen: Als erstes werden die Kabel in kleine Stücke zerteilt, die dann im Sinkverfahren voneinander getrennt werden. Beim Sinkverfahren werden die unterschiedlichen Dichten der Materialien zu Nutze gemacht und so sinkt das Kupfer ab und die Plastikummantelung treibt oben. Dann kann beides abgeschöpft werden und das Kupfer kann an Kupferhütten bzw. Schmelzwerke geliefert werden.

Das reine Metall auf dem Schrottplatz wird von einer Metallschere in Stücke von höchstens 1,50 m Länge zerkleinert und dann in einer Presse zusammengepresst, um den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Eine Tonne Stahl, die kompakt zusammengepresst ist, braucht nur ca. die Hälfte der Transportkosten von einer Tonne losem Stahl.

Durch die Anbindung an die Bahnschienen wird ungefähr die Hälfte der Schrottpakete mit dem Zug transportiert, die andere Hälfte mit LKWs, was pro Tag insgesamt ca. 600 Tonnen sind. Der Schrott wird nicht nur innerhalb Deutschlands verschickt, sondern auch weltweit, insbesondere nach China, exportiert.

Zur Erkennung des Materials werden Analysegeräte mit einem Wert von 25.000 € eingesetzt. Diese ermitteln durch Strahlenbeschuss (unter anderem Röntgenstrahlen) den Anteil der unterschiedlichen Metalle. Dies ist wichtig, um den Verkaufspreis ermitteln zu können, der vom jeweiligen Material abhängt. Kupfer zählt zu den werthaltigsten Metallen, für die ein höherer Preis verlangt werden kann.

Das Thema Recycling von Schrott kommt immer mehr, weil damit Rohstoffvorkommen geschont werden und das Ganze sehr praktikabel ist, da 100 % des Schrotts recycelt werden können.

 

Im Anschluss an die Führung über den Schrottplatz besichtigten wir noch kurz die Firma REMONIDS, die für das Recycling von Kartonagen und Plastik zuständig ist. Dort wird ebenfalls das Material von Schreddern zerkleinert, zusammengepresst und an Firmen geschickt, die für die Weiterverarbeitung zuständig sind. Doch im Gegensatz zum Schrott werden hier nur ca. 60–70 % recycelt, der Rest wird verbrannt. Das „alte“ Material wird nie ganz zu neuem, sondern wird immer nur zu kleinen Teilen mit neuem Material vermengt. Das heißt, neue Stoffe werden nie zu 100% aus Recyclingmaterial hergestellt, sondern der Großteil ist weiterhin neues Material, in das ca. 10 % recyceltes eingebunden wird.

(Text: Katja Lemmingson)

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