Vortrag "Techniken zur Substrataufbereitung" in Warthausen am 25.1.2011
Am Dienstag, den 25.1.2011, besuchte die Nachhaltigkeits-AG einen Vortrag zum Thema „Techniken zur Substrataufbereitung“, welcher vom Arbeitskreis Biogas im Knopf-Stadel in Warthausen veranstaltet wurde. Herr Markus Liebich von der Firma Vogelsang Maschinenbau GmbH präsentierte zu diesem Thema neu entwickelte Techniken.
Ziel eines jeden Betriebes ist es, den produzierten Gasertrag zu steigern. Dies ist durch eine optimierte Beschickung des Fermenters gewährleistet. Das Ziel ist das Zuführen einer Suspension aus Zähflüssigkeit und Koferment, wobei der Materialverlust gering gehalten wird. Durch den QuickMix (Feststoffdosierer) werden von oben langfaserige und/oder klassische Kofermente (Silage, Mais) und seitlich Flüssigkeit (z.B. Gülle oder Suspension aus dem Fermenter) zugeführt. Meistens stehen diese beiden Substanzen im Verhältnis von 60% Flüssigkeit und 40% Feststoff zueinander. Beispielsweise können auch 80% Mais mit 20% Wasser in den QuickMix gegeben werden, ohne dass ganze Klumpen von Maiskörnern als Ergebnis vorliegen, sondern ein homogenes Gemisch, das effizienter ist. Ein weiterer Vorteil des QuickMix ist, dass Fremdkörper durch andere Kappen (InjectionSystem) in den Drehkolbenpumpen abgefangen werden. Dieses InjectionSystem garantiert eine geringere Beschädigung der Kolbenspitzen und ein besseres Saugvermögen. Durch den QuickMix ist die Fütterung des Fermenters vollautomatisch und überwacht, darüber hinaus stellt sich automatisch ein TS-Gehalt ein, es entstehen bis zu 8% mehr Biogas und es können mehrere Fermenter gleichzeitig beschickt werden.
Der X-Ripper ist ein Feststoffzerkleinerer, der langfaserige Stoffe zerreißt. Die scharfen Spitzen und Kanten zerschneiden Feststoffe, und zwischen den Schneiderädern werden grobe und spröde Bestandteile zermahlen. Ein Vorteil des X-Rippers ist, dass der Zerkleinerungsgrad individuell angepasst werden kann und er nicht nur in Biogasanlagen, sondern auch z.B. auf Recyclinghöfen, in Kläranlagen und Schlachtereien verwendet wird.
Das Material muss effektiv „aufgeschlossen“, d.h. zerkleinert werden, so dass sich die Oberfläche vergrößert und die Angriffsfläche für Bakterien und Enzyme erweitert wird. Die Zerkleinerung des Materials erfolgt durch die neue Technik des RotaCut, welche mit dem QuickMix in Reihe geschaltet wird. Herr Liebich stellte der AG die herkömmliche Zerkleinerungsmethode der Hammermühle vor, wobei Trockenmaterial mit hohem Energieaufwand zerkleinert wird. Das bessere Verfahren der Nasszerkleinerung durch den RotaCut erzeugt eine homogene Suspension und scheidet Schwergüter ab. Das Substrat wird zum Schneidsieb geführt und durch rotierende, selbstschärfende und selbstnachstellende Messer zerkleinert. Vorteile des RotaCut von Vogelsang sind also die zuverlässige Zerkleinerung der Faser- und Grobstoffe, der Fremdkörperschutz für alle nachgeschalteten Anlagen-Komponenten und das homogenere & fließfähigere Substrat und dadurch die reduzierte Rührwerksleistung. Durch die Verwendung von QuickMix und RotaCut kann mehr Energie gespart und der Gesamtertrag gesteigert werden.
Darüber hinaus bekam die Nachhaltigkeits-AG die neue Technik des BioCrack dargelegt. Hierbei wird durch elektronische Desintegration der Gesamtertrag gesteigert. Desintegration bezeichnet die Zerkleinerung bzw. Auflösung von Strukturen durch Einwirkung äußerer Kräfte. Die Zellen platzen durch mechanische, thermische, chemische, biochemische/ enzymatische Einwirkung oder durch Kombinationen dieser Vorgänge. Innerhalb eines Moduls wird hier eine elektrische Hochspannung erzeugt, wodurch die elastische Zellmembran zerstört wird und dadurch das Cytoplasma und dessen Strukturen freigesetzt wird, was schließlich erreicht werden soll. Nun können die fermentierenden Bakterien besser über jene Nährstoffe verfügen. Das Ergebnis ist eine gesteigerte Gasausbeute und eine bessere Nutzung der eingesetzten Substrate. Zudem können bis zu 18% mehr Biogas erwirtschaftet werden.
Am Ende stellte Markus Liebich einige Einsatzbeispiele der Techniken vor.
(Text: Franziska Knupfer/Fotos: AG)

