Informationen zum Wurzacher Ried
Die letzte Exkursion der Nachhaltigkeits-AG führte ins Wurzacher Ried. Das Wurzacher Ried ist das drittgrößte in Baden-Württemberg und durch den nur geringen Eingriff der Menschen (z.B. durch Entwässerung) noch fast wie früher.
Entstehung:
Die Geschichte des Rieds beginnt vor ca. 200.000 Jahren. Durch die Eiszeit wurden Moränen U-förmig angeordnet und beim Abschmelzen des Eises hat sich ein kleiner Schmelzwassersee gebildet.
Jedoch erst durch eine weitere Eiszeit vor rund 20.000 Jahren wurde das Becken geschlossen.
Als sich nun erneut ein Schmelzwassersee bildete, konnte das Wasser nicht abfließen. Die Wassertiefe betrug jedoch nur 1-3 Meter.
Dies sind ideale Bedingungen für Pflanzen um den See zu überwuchern. An den zugewachsenen Stellen hat das Wasser einen starken Sauerstoffmangel, dadurch zersetzen sich abgestorbene Pflanzen nicht und Torf entsteht. Hat sich der See dann mit Torf aufgefüllt, so nennt man das Moor.
Es gibt verschiedene Arten von Moore und jedes sieht anders aus, dies hängt vor allem von drei Faktoren ab: 1. Von der Wasserqualität:
Bei überwiegend Grundwasser entsteht ein Niedermoor.
Bei überwiegend Regenwasser entsteht ein Hochmoor.
2. Vom Standort
3. Von der Nutzung durch den Menschen
Dass der Mensch begonnen hat das Moor zu nutzen, hängt vor allem mit dem Heizmaterialmangel zusammen. Torf ist kein Ideales Brennmaterial, deshalb wird es nur in Krisenzeiten zum Heizen benutzt (z.B. nach dem 30jährigen Krieg sowie nach den beiden Weltkriegen).
Um mehr Torf schneller abbauen zu können, wollte man in Wurzach, wie auch überall sonst, das Moor entwässern. Im Falle von Wurzach gestaltete sich dies aber als eine sehr kostspielige Angelegenheit und wurde deshalb nie in vollem Maße realisiert.
Der einzige stark durch den Menschen beeinflusste Teil des Moors findet sich dort, wo früher ein Torfwerk stand und heute der Riedsee liegt. Zu Beginn wurde der Torf noch per Hand abgebaut, dies ist jedoch sehr ineffizient, später dann mit Maschinen.
Heutzutage ist es vor allem die Aufgabe, das Ried zu erhalten und die wenigen Entwässerungskanäle zu verschließen. Dies hält das Moor nicht nur am Leben, sonder schützt auch die Umwelt, denn ein nasses Moor bindet CO2, ein trockenes setzt CO2 frei.
(Text: Eva Ziesel)





