Besichtigung der Firma Kekeisen am 22.2.2011
Am Dienstag, den 22.2.2011, besuchten die Nachhaltigkeits-AG die Firma KEKEISEN in Laupheim.
Zu Beginn vermittelte uns Geschäftsführer Herr Gebele die Geschichte der Firma, erzählte, wie alles anfing und was alles im Laufe der Zeit verändert wurde.
Als die Firma KEKEISEN 1842 gegründet wurde, handelte es sich ausschließlich um eine Bauschlosserei, die z.B. Zäune oder Dachfirste herstellte. Es gab zunächst nur Dreh- und Fräsmaschinen, mit denen man Beschläge herstellen konnte. Dies änderte sich bis ca. 1900 nicht. Doch dann baute man sich ein zweites Standbein auf: die Kassenschränke. Der anschließende erste Weltkrieg wurde relativ gut überstanden, doch die Inflation 1923 schwächte die Firma KEKEISEN, wie auch die ganze andere Industrie, sehr stark. Deshalb musste die Herstellung von Kassenschränken eingestellt und ein neues Standbein gesucht werden. Dies wurde in der Herstellung von Teilen für die LKW-Produktion - wie z.B. Achsen und Motorenteile – gefunden.
Dieses Geschäft lief recht ordentlich, doch der zweite Weltkrieg veränderte vieles. Von 90 Mitarbeitern vor dem Krieg kamen nur noch 35 nach dem Krieg zurück. Anschließend begann der Neuaufbau mit nur noch 35 Mitarbeitern: die Währungsreform 1949 war der Beginn des Wirtschaftwunders und bewirkte neue Aufträge für die Firma KEKEISEN. Nach und nach wurde die Firma immer größer und stieg dann in den Werkzeugbau ein, da das Verlangen der Bevölkerung nach Luxus - dazu gehörte damals etwa der Besitz eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine – stieg.
Der Werkzeugbau wurde bis 1973 ausgeführt. Dann wurden jedoch Werkzeuge speziell für die Automobilindustrie hergestellt, da es eine allgemeine Sättigung an Werkzeugen gab. Anschließend stieg die Firma in den Bereich des Maschinen- und Werkzeugbaus ein und gehört heute zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich. Hierbei handelt es sich um eine relativ kleine Branche, ohne die es jedoch keine Werkzeuge geben würde. Der Firmensitz liegt in Laupheim, hat eine Produktionsfläche von über 9000 m² und umfasst heute 160 Mitarbeiter.
Anschließend zeigte uns Herr Gebele die Maschinenbauabteilung. Dabei handelt es sich um den Kopf der Firma, da hier die ganzen Planungen, Konstruktionen und Entwürfe gemacht werden, welche eine schnelle Umsetzung von Ideen in technisch Machbares ermöglichen. Erleichtert wird dieses durch CAD-Arbeitsplätze mit 2D- und 3D-Systemen. Die Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Teile zu verknüpfen und jedes Teil werkstattfähig zu zeichnen. Zu beachten ist, dass die Firma bei der Herstellung der Teile einen Toleranzbereich von 1/100 mm bis 5/100 mm hat (vgl. Haar: 7/100 mm).
Anschließend führte uns der Geschäftsführer durch die Fertigungshalle und stellte uns die verschiedenen Maschinen genauer vor. Zum Beispiel besitzt die Firma CNC-Fräsmaschinen, Drehmaschinen, Rund- und Flachschleifmaschinen, Bohrwerke und Bearbeitungszentren.
Danach zeigte uns Herr Gebele zunächst die Werkzeugmontagehalle und dann die Maschinenmontagehalle. In der Montage erfolgt der Zusammenbau der mechanischen Komponenten. Anschließend werden die verschiedenen elektrischen und hydraulischen Systeme installiert und die Software eingegeben. Zum Schluss werden zahlreiche Funktionstests gemacht und es folgt die Abnahme durch die Kunden.
(Text und Fotos: Janis Kretz)


