Schulgeschichte
Der Ursprung des heutigen Carl-Laemmle Gymnasiums findet sich im Jahr 1869. Damals fiel in einer Ratsversammlung die Entscheidung, eine Lateinschule einzurichten. Aufgrund des geringen Einzugsbereiches dieser Lateinschule war allerdings von vorneherein klar, daß es sich nicht um eine Vollanstalt handeln konnte. Dennoch unterstützete die Bürgerinitiative, die von Samuel Laemmle, dem Großvater unseres jetzigen Namensgebers, geleitet wurde, energisch das Konzept dieser höheren Bildungsanstalt, auf die damals viele Schüler nur für einige Jahre gingen, ohne einen Abschluß anzustreben. Auch Carl Laemmle besuchte zwischen 1878 und 1880 diese Schule.Der Stundenplan der damaligen Zeit bestand hauptsächlich aus den Fächern Latein (14 Stunden), Deutsch und Rechnen(jeweils 4 Stunden). Andere Fächer, z.B. die Naturwissenschaften, waren nur fakultativ vorgesehen. Aufgenommen wurden damals Schüler ab dem Alter von 9 Jahren, die "eine wissenschaftliche Laufbahn zu ergreifen beabsichtigten".
Ab 1896 wurde zusätzlich noch eine Realschulklasse eingerichtet. Hierdurch reagierte man auf veränderte Bildungspräferenzen. Der bedeutenste Unterschied bestand im Unterricht der modernen Fremdsprache Französisch, die den Lateinunterricht ersetzte.
1910 zog die Laupheimer Latein- und Realschule in ein neues Gebäude um (heutige Wielandschule). In diesem Gebäude fand der Unterricht bis 1968 statt. Die einzige Unterbrechung in dieser Periode, die mehr als ein halbes Jahrhundert umfasst, war von 1945 bis 1947. In dieser Zeit mußte der Unterricht im Schloß Kleinlaupheim abgehalten werden.
1954 wurde die Bezeichnung " Gymnasium" wieder eingeführt. Da Laupheim nur bis zur Klasse 10 unterrichtete, erhielt es die Vorsilbe "Pro". 1957 wurde der Schultyp als mathematisch-naturwissenschaftlich festgelegt. Allerdings wurde noch Französisch als erste Fremdsprache unterrichtet.
Neben den Schülerzahlen stieg zwangsläufig auch die Anzahl der Lehrer. Während 1965 der Schulbetrieb im jetzigen Gebäude mit 16 Lehrkräften aufgenommen wurde, teilten sich 1994 insgesamt 54 Lehrerinnen und Lehrern das Lehrerzimmer. Im Schuljahr 1998/99 umfasste das Lehrerkollegium 57 Mitglieder.Ein erneuter Rückgang der Schülerzahlen ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, so daß das akute Raumproblem immer die Unterrichtsqualität beeinflussen würde.
Diese permanente Überbelegung veranlaßte 1996 die Stadtplaner zur Konzeption eines Anbaus. Dieser wird ab dem Schuljahr 1999/2000 zum Einsatz kommen, was bei den Schülerzahlen des kommenden Schuljahres von ca. 930 (!) dringend nötig ist. Am 23. Juli 1999 konnte der neu Gebäudetrakt feierlich seiner Bestimmung übergeben werden.
