Toleranzwoche:
Vortrag „Flucht ohne Ende“

Projekte

Im Rahmen der Toleranzwoche hält Prof. Dr. Jürgen Wertheimer am Mittwoch den 12.10.2016 ab 19 Uhr einen Vortrag. Sein Thema ist „Flucht ohne Ende: neue Antworten für neue Herausforderungen“.

Geboren 1947 in München, wurde Jürgen Wertheimer nach dem Studium der Germanistik, Komparatistik, Anglistik und der Kunstgeschichte in München, Siena und Rom 1991 Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Universität Tübingen. Dort sorgt er auf unkonventionelle Weise durch Vorlesungen und Lesungen für frischen Wind. Die Presse nennt ihn einen „geradezu kultigen Pultstar des Studium Generale“.

Wertheimer betätigt sich selbst als Romanautor und tritt als Kabarettist und Gesprächsgast auf öffentlichen Podien auf. Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Alltag, der Ausbruch aus dem universitären „Elfenbeinturm“ bewog ihn zur Gründung der Tübinger Poetikdozentur. Ein besonderes Anliegen sind ihm Fragen des internationalen Kulturtransfers sowie der interdisziplinäre Erfahrungsaustausch bzw. die Vernetzung zwischen Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaften. 2013 wurde er, unter anderem auch sein Kooperationsprojekt Wertewelten, mit dem renommierten Prix international de la Laïcité ausgezeichnet.

In dem Vortrag setzt sich Wertheimer mit dem Phänomen des „Exodus“ auseinander und lotet es auf seine Potentiale und Risiken aus. Es geht dabei aber nicht darum, streng chronologisch Motivgeschichte zu betreiben, sondern vielmehr darum, den Exodus in seiner Vielgesichtigkeit zu erfassen. Nur dann wird man im Stande sein, die gegenwärtige Situation zu erfassen und die richtigen Antworten zu geben, statt sich immer wieder mit den banalen Parolen des sich Mut Machens („Wir schaffen das“) oder der Abwehr („Grenzen setzen“, „Null Toleranz“) in überkommenen Denkbahnen zu bewegen.

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
(Bildquelle:  Wikimedia CC BY-SA 3.0 DE von Anne Faden)