Unsere Nachhaltigkeits-AG hat in Ochsenhausen die Waldwirtschaft erkundet

Naturwissenschaften

Am 6. Oktober, einem Freitag, veranstaltete die Nachhaltigkeits-AG eine Exkursion nach Ochsenhausen, um direkt vor Ort Einblick in nachhaltige Forstwirtschaft zu erhalten.

Die Eigentümerin des 250 Hektar großen Waldes, Frau Holland, stellte gleich zu Beginn klar, dass es ihr Hauptanliegen sei, mit dem Holz genügend zu erwirtschaften, um ihre Familie zu ernähren. Sie sei allerdings der Meinung, dass dieses Ziel auch mit Rücksicht auf die Natur zu erreichen sei.

Wir schauten uns verschiedene Bereiche des Waldes an und Frau Holland, eine studierte Försterin, erklärte uns die Vor- und Nachteile der verschiedenen Standorte und von welchen Faktoren sie es persönlich abhängig macht, ob ein Baum gefällt wird oder nicht. Man muss dabei immer sowohl das Risiko als auch den möglichen Wertzuwachs im Blick haben: Zwar wächst ein Baum natürlich solange weiter, wie man ihn stehen lässt und wirft später auch entsprechend mehr Gewinn ab, aber es steigt auch das Risiko, dass der Baum durch Stürme, Parasiten wie den Borkenkäfer oder Krankheiten, deutlich an Qualität verliert. Leider war es den ganzen Tag ziemlich kalt und windig.

Der Familie, die den Wald nun schon lange in ihrem Besitz hat, ist es wichtig, in keinem Teil des Waldes einen Kahlschlag zu machen, was bedeuten würde, alle Bäume zu fällen, unabhängig davon, ob sie erntereif sind oder nicht. Stattdessen werden nur die Bäume umgesägt, die einen gewissen Durchmesser erreicht haben, wobei immer darauf geachtet wird, nicht mehr Holz zu entnehmen, als nachwachsen kann.

Um die Vielfalt und Stabilität des Waldes zu bewahren, achtet Familie Holland darauf, eine Mischkultur aufrechtzuerhalten. Obwohl Nadelbäume, vor allem die Fichte, am ertragreichsten sind, wachsen auch ca. 25% Laubbäume in ihrem Wald. Außerdem ermutigen sie die anderen Förster, etwas experimentierfreudiger zu sein und auch exotischere Baumarten probeweise anzupflanzen.

In der Mitte des Waldes haben sich einige Biber an einem schmalen Wasserlauf heimisch niedergelassen und angefangen, sämtliche Bäume rund um ihre neue Heimat anzunagen. Für Familie Holland entsteht dadurch natürlich ein wirtschaftlicher Schaden, da sie diese Bäume nicht mehr nutzen können. Dennoch lassen sie den Biber, der ein einzigartiges Biotop geschaffen hat, gewähren und generieren dadurch Ökopunkte, die sich an Städte und Kommunen verkaufen lassen.

Alles in allem kann man sagen, dass die Hollands einen wirklich vorbildlichen Betrieb ihr Eigen nennen. Sie zeigen, dass es durchaus möglich ist, ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu wirtschaften und dabei auch noch generationenorientiert zu denken: Sie sehen sich nur als kurzzeitige Nutzer des Waldes, deren Aufgabe es ist, ihn später in ebenso gutem Zustand wie jetzt an ihre Kinder weiterzugeben.