Flächenverbrauch und die Zukunft der Landwirtschaft

Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften

Schüler der Nachhaltigkeits – AG in Ochsenhausen

Am Montag, dem 15. Januar 2018, besuchte die Nachhaltigkeits – AG in Ochsenhausen einen Vortrag. Dieser wurde vom Verbandsdirektor Markus Riethe gehalten und behandelte das Thema „Siedlung, Infrastruktur, Ausgleichsflächen – Was bleibt für die Landwirtschaft?“. Dabei wurde vor allem auf den Regionalplan eingegangen, der bald reformiert wird.

Zunächst erklärte er, dass der Regionalplan das wichtigste Instrument zur Erfüllung der Aufgaben, die die Regionalplanung erfüllen muss, sei. Bei einem Regionalplan geht es um Festlegungen für Siedlungen, Infrastruktur, Verkehr, Natur und Landschaft. Es wurde gezeigt, dass bis 2030 der Bedarf an Wohnbauflächen bei ca. 1650 ha liegt – davon fehlen ca. 700 ha. Seit 1990 verliert die Landwirtschaft in unserer Region nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Flächen: 2016 durften nur noch 56,1% der Flächen für Landwirtschaft verwendet werden – ein erheblicher Rückgang um 6% in 25 Jahren.

Bevor die Flächennutzung endgültig im neuen Regionalplan festgelegt wird, werden sogenannte Vorranggebiete und Vorbehaltsgebiete ausgewählt. In den Vorranggebieten hat eine bestimmte Nutzung, z.B. der Bau von Wohnflächen, Vorrang. Das heißt, dass bei der Abwägung um den Nutzen der Fläche ein bestimmter Nutzen mehr gewichtet wird und meistens für die bestimmte Nutzung festgelegt wird. Vorbehaltsgebiete erhöhen ebenfalls den Abwägungsanspruch, aber es besteht kein strikter Ausschluss für andere, oftmals entgegenstehende Nutzungen. Dabei darf es keine Vorgaben in Bezug auf die Art der Nutzung, so wie keine Auswirkungen auf anderweitige rechtliche Bestimmungen geben.

Selbstverständlich benötigt nicht nur die Landwirtschaft Fläche: So werden im neuen Regionalplan Maßnahmen für Verkehr, Erholungsgebiete, die Sicherung von Wasservorkommen, vorbeugenden Hochwasserschutz, die Sicherung der Rohstoffgewinnung, Windenergie und einen regionalen Grünzug vorgestellt. Das Problem, dass die Ersteller des neuen Regionalplans haben, besteht darin, dass für viele Maßnahmen eine Ausgleichsfläche gefunden werden muss. Dabei wird es zunehmend schwieriger geeignete ökologische Ausgleichsflächen zu finden und zu erwerben.

Herr Riethe schloss den Vortrag mit einer ausgiebigen Fragerunde, in der er den anwesenden Vertretern der Landwirtschaft den Stand der Planung und damit verbundene Probleme noch einmal nahelegen konnte.