Die Durchwachsene Silphie als Rettung aus der Maiswüste

Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften

Am Mittwoch den 19. September 2018 besuchte die Nachhaltigkeits AG den Vortrag “Die Energiepflanze Durchwachsene Silphie” an der Obst- und Gartenbauakademie in Biberach.

Zuerst erklärte Andreas Pfänder, welcher sich seit über 6 Jahren mit alternativen Energiepflanzen beschäftigt, die wichtigsten Fakten zur Durchwachsenen Silphie. Dabei lernten wir, dass die Silphie auch Becherpflanze genannt wird, da ihre vierkantigen Stängel, die von Blättern umgeben werden einen Becher bilden. Außerdem erfuhren wir, dass die Pflanze im ersten Jahr nur eine Rosette trägt und erst ab dem zweiten Standjahr ihre Stängel und Blüten austreibt.

Da die Silphie fast keine Ansprüche auf Boden und Klima hat, lässt sie sich nahezu überall anpflanzen. Über die wenigen Dinge auf die man bei der Anbaufläche, dem Anbau und der Pflege achten muss klärte uns Herr Pfänder auf. Zusätzlich gab er einige Tipps um einen möglichst hohen Ertrag, auch kurz nach dem Anbau zu erzielen.

Da die Silphie auch an Hanglagen gut wachsen kann, wird sie dort oftmals als Erosionsschutz eingesetzt. Außerdem wird die geerntete Silphie als siliertes Viehfutter oder als Co-Substrat für Biogasanlagen verwendet. Der hohe Pollen- und Nektarertrag der Blüten macht Silphienäcker zu beliebten Insektenweiden.

Über die vielen Vorteile der Durchwachsenen Silphie, wie ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Frost, Trockenheit und Überschwemmung, klärte uns Herr Pfänder als nächstes auf. Durch die wenige Bodenbearbeitung und Ackerarbeit wird die Bodenverdichtung verringert. Da die Silphien eine große Humusbildung hervorrufen, verbessert sich das Bodenleben. Dadurch wird zum einen mehr CO2 gebunden, zusätzlich wird die Hochwassergefahr gemindert, da mehr Wasser in den Feldern aufgenommen werden kann.

Aufgrund der hohen Anfangsinvestition lohnt sich der Anbau nur, wenn der Bestand länger als fünf Jahre belassen werden kann. Ein weiterer Nachteil ist die Direktsaat, welche sehr problematisch ist, da Selektivherbizide nicht verfügbar sind um die Pflanze unkrautfrei zu halten.

Zum Schluss verglich Herr Pfänder die Durchwachsene Silphie mit Mais und zeigte damit, dass die Silphie mehr Vorteile mit sich bringt als der Mais, sich der Anbau jedoch nur für längere Zeit und auf nicht so nährstoffreichen oder schwer bearbeitbaren Äckern lohnt.